Werkstattnotiz · Creator Economy
Drei Bestände, keine Deckung
Der redaktionelle Bestand, der Katalog der Nationalbibliothek und das eigene Plattformkonto führen drei verschiedene Werkverzeichnisse. Keines enthält die anderen — und das lässt sich über die Aufnahmekennungen genau messen.
- Stand
- 2026-08-05
- Themenfeld
- Creator Economy
- Zahlen im Text
- zur Laufzeit aus der Datenbank gelesen
Wer unabhängig veröffentlicht, führt sein Werkverzeichnis irgendwann an mehreren Stellen gleichzeitig: einmal dort, wo man selbst pflegt, was man für wichtig hält, einmal dort, wohin abgeliefert wurde, und einmal dort, wo die Dateien liegen. Man nimmt stillschweigend an, dass sich das deckt. Hier deckt es sich nicht.
- redaktionell erfasst
- 22 Veröffentlichungen
- im Katalog der DNB
- 318 Datensätze
- auf dem eigenen SoundCloud-Konto
- 479 Titel
Drei Zahlen, die auseinandergehen, sagen für sich genommen wenig — sie könnten schlicht dasselbe unterschiedlich zählen. Prüfbar wird die Sache erst über eine Kennung, die in beiden Beständen dieselbe Aufnahme meint: den ISRC. 477 der Plattformtitel tragen einen, alle 318 Katalogdatensätze ebenfalls. Damit lässt sich die Schnittmenge zählen statt schätzen.
- in beiden Beständen
- 309 Aufnahmen
- nur auf der Plattform
- 162 Aufnahmen
- nur im Katalog
- 9 Aufnahmen
Interessant ist die kleinere Zahl. 9 Aufnahmen sind bibliografisch verzeichnet, aber auf dem Plattformkonto nicht auffindbar — darunter CHATTERBOX, FLEXILITY und BEGINNING PART ONE. Für diese Titel ist der Katalogeintrag derzeit der einzige öffentliche Nachweis, dass es sie gibt. Genau das ist der Fall, für den Bibliotheken gebaut wurden.
Der redaktionelle Bestand von 22 Titeln ist die dritte Menge und die kleinste. Er ist kuratiert, nicht vollständig, und soll es auch nicht sein. Wie er zum Katalog steht, zeigt die Seite Musik.
